Kind hört nicht  - 3 Hauptgründe

Kind hört nicht - 3 Hauptgründe

Mit erstellt von Katrin

Es gibt zahlreiche Gründe, warum ein Kind nicht hört. Meistens sind es allerdings diese drei.

1. Ihr Kind braucht mehr Aufmerksamkeit

Fehlende Aufmerksamkeit ist der häufigste Grund dafür.

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie sind am Telefon. Ihr Kind kommt zu Ihnen und möchte Ihnen sein gemaltes Bild zeigen. Sie reagieren nicht und telefonieren weiter. Ihr Kind versucht es nochmal und Sie schicken es weg. Ihr Kind geht in die Küche und lässt aus Versehen eine Tasse fallen. Die Tasse geht kaputt.

Höchst wahrscheinlich beenden Sie Ihr Telefonat und kümmern sich um diese Situation.

Was lernt Ihr Kind dabei?

Ihr Kind lernt, dass es Aufmerksamkeit bekommt, wenn es etwas anstellt. Zwar ist ein die negative Aufmerksamkeit, aber selbst negative ist besser als gar keine.

Diese Schlüsse zieht Ihr Kind unbewusst und umso schwieriger kann man diese Ursache-Wirkungs-Verhältnisse überschreiben.

Was bedeutet das?

Bedeutet das, dass Sie sich immer zuerst um Ihr Kind kümmern müssen - ein ganz klares Jain.

Zum einen könnten Sie Ihrem Kind mitteilen, das Sie noch kurze Zeit brauchen und gleich danach zu ihm kommen. Halten Sie sich auch daran. Gehen Sie wirklich zu ihm hin und fragen Sie nach, was Ihr Kind Ihnen mitteilen wollte. Es ist existentiell, dass Ihr Kind sich wirklich darauf verlassen kann.

Zum anderen sollte Ihr Kind regelmäßig eine qualitativ wertvolle Zeit mit Ihnen verbringen.

Eines Tages kam mein Kind aus dem Kindergarten und meinte: "Mama, wir haben eine neue Erzieherin, aber die ist blöd! Wir haben noch gar nicht miteinander Spaß gehabt und schon schimpft sie!"

Fakt ist, dass Kinder eher einen annehmen können zu dem sie eine gute Bindung und Vertrauen haben. Ihr Kind wird eher auf Sie hören, wenn Sie regelmäßig eine gute Zeit miteinander haben und es nicht immer nur um "Erziehung" geht.

Was versteht man unter qualitativ wertvollen Zeit? Es ist die Zeit, in der Sie alle Ihre Aufgaben zur Seite legen und Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit Ihrem Kleinen schenken (kein kochen oder Wäsche zusammenlegen nebenbei!) Ihr Kind braucht täglich mindestens 30 Minuten dieser Zeit (alternativ 2 mal 15 Minuten). In dieser Zeit können Sie kuscheln, spielen, lesen, malen, toben oder reden.

Nach und nach wird der Hunger nach Aufmerksamkeit gestillt, Ihr Kind wird immer geduldiger und lässt sich immer mehr auf Ihre Wünsche ein.

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2. Ihr Kind möchte seinen Willen durchsetzen.

Bereits sehr früh erkennen Kinder ihre Individualität und ihre individuellen Wünsche. Es ist wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes diese Wünsche durchsetzen zu können.

Eltern sollen es akzeptieren, dass Kinder ihre eigene Meinung haben und nicht immer mit der Meinung der Eltern einverstanden sind.

Sollen Eltern sich also immer nach dem Willen der Kinder richten?

Und wieder ein ganz klares JAIN.

Es ist nicht sinnvoll die Wünsche der Kinder zu unterdrücken. Das kann eine Zeit lang funktionieren und Ihr Kind wird sich fügen. Hier müssen Sie aber ehrlich mit sich selbst sein. Möchten Sie Kinder die funktionieren oder möchten Sie, dass Ihre Kinder selbständig, frei und stakt aufwachsen?

Sie müssen die Wünsche, Bedürfnisse und Ideen Ihres Kindes respektieren. Nur weil Ihr Kind noch klein ist, bedeutet nicht, dass seine Meinung unwichtig ist.

Dies bedeute allerdings auf gar keinen Fall, dass alles erlaubt ist und Ihr Kind Ihnen auf der Nase rumtanzen kann. Es sollten feste Familienregeln ausgemacht werden, an die sich alle Familienmitglieder halten sollten. Es sollten wenige wichtige Regeln sein, deren Einhalten sichergestellt werden kann.

Einige Beispiele:

  • Wenn man nach Hause kommt, geht man Hände waschen.
  • Vor dem Schlafen geht man Zähne putzen.
  • Wir schreien und gegenseitig nicht an und hauen uns nicht.
  • Jeder hat seine Haushaltspflichten und diese werden erledigt.
  • Wir sagen nichts, was den Anderen verletzen könnte.
  • Beim Abendessen setzen wir uns alle an den Tisch, selbst wenn man keinen Hunger hat.

Stellen Sie diese Regeln zusammen auf und erinnern Sie sich gegenseitig immer wieder daran. Damit gehen Sie vielen Diskussionen aus dem Weg.

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3. Physiologie

Ein weiterer Grund für das Nicht-Hören sind häufig physiologische Vorgänge. Ist Ihr Kind hungrig, durstig, müde oder aufgeregt, wird es launisch und wenig kooperativ.

Die einfachste Lösung ist hier erst die körperlichen Bedürfnisse Ihres Kindes zu stillen und erst dann alles Andere zu besprechen.

Denken Sie immer daran, dass Sie und Ihr Kind ein Team sind und gemeinsam einen Weg finden sollten. Vergessen Sie aber nicht, dass Sie in diesem Team die Führungsrolle haben.

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