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Bereits in sehr frühen Alter können Kinder Essstörungen entwickeln. Meistens hat es Nichts mit Eltern zu tun. Manchmal ist es jedoch so, dass Eltern unbewusst zu einem gestörten Verhältnis zu Essen beitragen, ohne es zu wissen.

Falls Sie sich bei einer der folgenden 7 Handlungsweisen wiedererkennen, würde ich es sehr empfehlen, diese zu überdenken.

1. Es wird aufgegessen!

Kinder (die überwiegende Mehrheit) haben ein natürliches Sättigungsgefühl. Sie spüren ganz genau, wenn sie Hunger haben und wenn nicht. Viele Kinder essen phasenweise weniger und dann wieder mehr – das ist absolut normal.

Müssen Kinder aufessen, so wird bereits frühzeitig das natürliche Sättigungsgefühl abtrainiert und das wiederum führt zu Essstörungen.

Ihr Kind sollte sein Appetit einschätzen lernen und sich so viel Essen holen, wie es Hunger hat. Stellen Sie doch das Essen einfach auf den Tisch und lassen Sie Ihr Kind sich selbst eine Portion abmessen. Das wird sicherlich nicht sofort gelingen und Ihr Sprössling wird sich anfangs oft verschätzen. Aber nur so lernt man auf seinen Körper zu hören und mit ihm im Einklang zu bleiben.

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2. Standardisierte Speisen

Gesunde Ernährung muss abwechslungsreich sein. Laut aktuellen Studie haben deutsche Familien im Schnitt 7 Gerichte, die immer wieder gekocht werden. Das ist in Ordnung und auch super praktisch. Man sollte jedoch versuchen auch Standardgerichte aufpeppen.

Nudeln mit Tomatensoße können beispielsweise so aufgepeppt werden:

  • mit Gurkensalat,
  • mit Karottenstreifen,
  • mit gelben Paprika,
  • mit grünem Salat,
  • mit Linsen in die Tomatensoße unterrührt
  • mit Oliven
  • Parmesan
  • Thunfisch

Abwechslung sorgt für Spaß AM und Lust AUF Essen.

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3. Fertiggerichte

Fertiggerichte haben mich im Alltag schon sehr oft gerettet. Sie sind super, wenn die Zeit sehr knapp ist. Aber für den normalen Alltag sind sie jedoch nicht vorgesehen.

Fast alle Fertiggerichte enthalten einen sehr hohen Anteil an Zucker. Das ist zwar der Grund, warum sie so sättigend sind, aber auch dafür, dass unser Blutzuckerhaushalt sehr ins Schwanken kommt. Dauerhafte, ausgeprägte Blutzuckerschwankungen führen nicht nur zu Essstörungen, sondern auch zu Diabetes.

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4. Süßigkeiten als Belohnung

Essen sollte keine Belohnung sein! Genuss – ja, Belohnung – nein.

Die Funktion von Essen ist, uns Energie zu liefern. Sobald Essen zu einer Freudequelle wird, wird es sehr oft zur einzigen Freudequelle. Das liegt daran, dass es für unser Gehirn irrelevant ist, woher die Freude kommt. Gleichzeitig ist es so konstruiert, dass es möglichst kürzere Wege zum Ziel sucht. Wenn das Ausmaß der Freude nach einem Keks und einem gemalten Bild gleich groß ist, wird das Gehirn schnell merken, dass Kekse holen viel schneller geht und diese Freudequelle bevorzugen.

Genießen Sie also ruhig ein gutes Essen mit Ihrer Familie, auch Kuchen usw. Machen Sie aber nicht eine Belohnung daraus. Das eignet sich gut für Dressur, aber nicht für eine gesunde Lebensweise.

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5. Zu viel über Gewicht sprechen

Unsere Kinder übernehmen unsere Denkweisen und unsere Gespräche. Wenn eine Mutter immer wieder mit ihren Freundinnen über das Schlanksein und die neuesten Diäten spricht – wird es sehr schnell in den Fokus der Tochter fallen. Die Tochter wird es auch versuchen, „schlank“ zu bleiben und auf Essen zu verzichten, um der Mutter ähnlich zu sein.

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6. Unregelmäßige Essenszeiten

Kinder brauchen Rhythmus und Struktur – auch bei Mahlzeiten. Ihr Kind sollte mehrere Mahlzeiten am Tag, am besten zur selben Zeit.

Was auf jeden Fall zu vermeiden gilt, ist, dass ein Kind permanent an Etwas rumkaut. Das schafft ungünstige Gewohnheiten. Ein Abstand von 2 bis 4 Stunden zwischen den Mahlzeiten ist optimal.

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7. Diäten ohne Rücksprache mit einem Kinderarzt

Manche Eltern entscheiden sich für eine besondere Art sich zu ernähren – Vegan, Paleo, Keto. Solche Experimente, die mit einer strickten Restriktion bestimmter Lebensmittel zusammenhängen, sollen auf jeden Fall von einem Arzt begleitet werden. Vor Allen bei Kindern, die besonders auf eine vielfältige Ernährung angewiesen sind, bleiben oft nachhaltige Folgen.

Sollten Sie eine besondere Ernährung in Erwägung ziehen, lassen Sie sich bitte von einem Kinderarzt Ihres Vertrauens beraten.

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